Fahrrad fahren

20 Mai, 2009 at 13:01 | In Alltag | Leave a Comment

Nachdem ich vor ein paar Wochen nun mein Fahrrad mal wieder fahrtüchtig gemacht habe, also zumindest etwas Luft in die Reifen gepumpt und nun auch das Wetter Unternehmungen zu Rade zulässt habe ich mich letztens getraut mit dem Fahrrad zur Post zu fahren um ein Packet abzuholen. Nachdem das auch prächtig funktioniert hat, bin ich jetzt auch den weiten Weg angetreten um mit dem Fahrrad ins Büro zu fahren. Ein Haken an der Sache ist, dass ich evtl. die Bremsen nachstellen sollte, weil es doch relativ hügelig ist und ungebremst steile Hänge herabzufahren ist weniger prickelnd. Und gewöhnen muss man sich auch erstmal wieder an den Sattel, wenn man fast ein Jahr nicht gefahren ist, kommen nach einer mehrkilometrigen Fahrt schonmal Symptome am Gesässmuskel auf, die als schmerzend zu beschreiben wären.

Auch wenn es ggf. beim ersten Versuch etwas länger gedauert hat und ich überraschenderweise das Uni-Gebäude von Norden her angesteuert habe, aber im Süden wohne, also landschaftlich reizvoll ist die Route auf jeden Fall. Bei der ersten Fahrt hatte ich auch das Problem, dass das Institut immer näher kam und dann wieder hinter Bäumen ganz verschwunden war und dann wieder näher, aber kein Weg sondern nur abgezäunte Wiesen und Felder, aber wie gesagt sehr reizvoll zu fahren. Und auch noch schneller als mit dem Bus. Von der Wohnungstür in der fünften Etage bis zur Bürotür in der vierten Etage und einer zurückgelegten Strecke von ca. 8-9 Kilometern in einer halben Stunde, also das geht wahrscheinlich mit etwas Übung noch schneller, aber wenn der Bus meist so um die 35 Minuten braucht, dann liegt das wohl auch an der Tatsache, dass ich umsteigen muss und das dies oft mit einer Wartezeit verbunden ist. Ausserdem nähert sich der Bus eher mäandrierdend der Brücke um die Insel zu verlassen, während ich mit dem Fahrrad mehr oder weniger geradeaus durch Wald und Flur fahren kann, auf und ab. Und das ist halt auch ganz nett. Durch den Wald zu fahren, vorbei am Ufer, einem Bootshafen, den Berg hinauf, und auch wieder runter. Das ist ja das Postitive an den Hügeln, wenn man rauf fährt, muss man ja auch wieder runter. Da kann man dann rollen lassen, eine interessante Feststellung. Auch sehr schön ist es durch ein Naturschutzgebiet zu fahren, obwohl man dann immer aufpassen muss, dass man die Menschen die zur Vogelbeobachtung dort sind, nicht umfährt, weil die so konzentriert durch ihr Fernglas auf die Vögel stieren. A propos Stier: also ich wusste gar nicht, dass in unmittelbarer Nähe zu meinem jetzigen Büro so viele Kühe „stationiert“ sind. Mir sind zwar schon die Versuchsställe aufgefallen, aber jetzt im Sommer, wenn die Tiere auf der Weide sind, sieht man sie auch und riecht sie nicht nur. Zum Glück nur draussen und nicht am Schreibtisch sitzend.

Vielleicht sollte ich mich gleich auf den Weg machen um noch etwas von dem Weg zu geniessen und nicht auf ewig im Büro zu versauern…

Vappu 2009

3 Mai, 2009 at 18:06 | In Alltag, Finnland, Helsinki | Leave a Comment

Wie schon zuvor berichtet feiert man in Finnland am ersten Mai nicht nur das Fest der Arbeit sondern auch ein Fest der Studenten, zu welchem Personenkreis ich mich noch im entfertestens zählen würde. Aber auch nicht Studenten freuen sich und heissen den Frühling willkommen, auch allgemein hat man das Gefühl das die ganze Stadt unterwegs ist.

Am 30. April fängt man eigentlich schon an. Es wird zum Beispiel in jedem Jahr die Havis Amanda, eine Statue am Marktplatz im Hafen von Helsinki von einer jährlich wechselnden Gruppe Studenten mit einem Frühjahrsputz fit für den Sommer gemacht. Bezüglich der Feierlichkeit habe ich eine kleine Theorie aufgestellt, eine typisch finnische Herangehensweise: man betrinkt sich am Abend zuvor (sprich am 30. April) um sich dann am nächsten Morgen (morgen) zu treffen um den Kater als das Unwohlsein und die Beeinträchtigung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit eines Studenten infolge einer leichteren Alkoholintoxikation gemeinsam mit weiterem Trinken zu bekämpfen. Ausserdem muss man den Sommer gebührend empfangen, schliesslich ist er ja nicht soo lange wie andernorts, vielleicht dafür aber etwas intensiver ;-) Auf jeden Fall trifft man sich klassischerweise im Kaivopuisto, im Brunnenpark am Meer um dort mit vielen Menschen zu feiern. Alle kramen ihre weissen Mützen aus, die sie im Rahmen ihrer Abiturfeier erhalten haben, so dass sich der Park ganz in weisse Mützen und durch verschiedenste andere Kostümierungen verwandelt. Vielleicht liegt das aber auch einfach nur am Konsum alkoholischer Getränke.

Besonders schön war in diesem Jahr die Tatsache, dass wir uns schon sehr früh verabredet hatten und auch einen relative angenehmen Platz und vor allen Dingen in der Sonne erhalten haben. Dann schmeckt der Sekt gleich drei Mal so gut zum Picknick. Jetzt kann der Sommer also kommen :-)

Was lange währt, wird endlich gut :-()

8 April, 2009 at 18:06 | In Urlaub | Leave a Comment

Zurück in Helsinki noch ein paar Zeilen zu unserer letzten Reiseetappe in den südlichsten Gefilden der Vereinigten Staaten von Amerika, in Florida. Zunächst in Miami, genauer gesagt in South Beach, direkt am Strand, sind wir über den Highway 1 über die Florida Keys bis nach Key West gefahren, dem südlichsten Punkt der kontinentalen Vereinigten Staaten um wieder zurück bis nach Fort Lauderdale zu fahren und schliesslich den Abschluss der Reise in Miami zu machen. Vielleicht nicht ganz den Abschluss, weil wir noch einen Tag haben dran hängen dürfen in New York, da wir unser Flugzeug verpasst haben und somit zwangsweise länger bleiben mussten, aber nach der längeren Reise nun endlich wieder zu Hause.

Miami South Beach ist die vorgelagerte Insel vor der Stadt Miami wo sich die Urlauber auf eine ganze Menge Hotels verteilt. Bekannt für sein Nachtleben und die gut aussehenden Menschen am Strand und eben in diversen Lokalitäten der Nacht, ist weiterhin auch die Architektur in Teilen sehr bekannt für die aus dem letzten Jahrhundert stammenden Art-Deco-Gebäude im gleichnamigen Art-Deco-District. Einem der grössten zusammenhängenden Ansammlungen von Gebäuden im Art-Deco-Stil weltweit, erbaut in den 1930er und 1940er Jahren. Unser Hotel, das „Beacon Hotel“, war direkt am Ocean Drive gelegen, der Flaniermeile die Strand von Stadt trennt. Eine interessante Ansammlung von Menschen die da zusammen kommt.

Weiter ging es über eine der grössten Outlet-Shopping-Malls der „Dolphin-Mall“ mit über 240 Geschäften auf einer Fläche von ca. 130 000 Quadratmetern in Richtung Florida Keys, die Inselgruppe die sich in Richtung Südwesten an die floridianische Halbinsel anschliesst. Ca. 300 Kilometer ist die Inselkette lang und wird über den Highway 1 verbunden, den wir dann auch genutzt haben um an unser Ziel, Key West, zu gelangen, den Punkt der Vereinigten Staaten der nur 145 Kilometer von Kuba entfernt liegt, wessen Einflüsse dort zu spüren waren. Berichtenswert ist zum Beispiel die „seven-mile-bridge“, eine Brücke die fast 11 Kilometer lang ist.  Key West selbst ist ein eher kleines, beschauliches Städtchen, aber sehr nett, wir haben auch dort versucht einen Eindruck vom karibischen Nachtleben mit abzubekommen. Auf dem Weg zurück haben wir einen ausgedehnten Stopp am „Bahia Honda Key“ gemacht, einer Insel die zwar Naturschutzreservat, aber unter Aufsicht sich hervorragend für ein paar Stunden am Strand eignet. Schliesslich mussten wir uns von der vorherigen Nacht in Key West erholen.

Unser nächstes Quartier für die Nacht hatten wir sodann in Fort Lauderdale, etwas nördlich von Miami. Am nächsten Tage waren wir noch in Miami und haben die Gegend um Coral Gables erkundet. Eine sehr nette Wohngegend in der Nachbarschaft zu Miami, wenn man es nicht wüsste würde es gar nicht auffallen, dass es eigene Stadt ist. Am nächsten Tag ging es dann zurück. Oder auch nicht. Leider konnte unser Flug von Miami nach New York nicht starten, da auf Grund von Unwettern alle Flüge nach New York vorerst nicht starten durften, von allen nationalen Flughäfen. Als wir zunächst eine Stunde auf dem Rollfeld gestanden haben und dann wieder eine Stunde am Flugsteig, teilte uns der Flugkapitän mit, dass wir erstmal nach Atlanta fliegen würden, wenn wir nicht austeigen möchten. So sind wir dann nach Atlanta geflogen, wo wir erst eine Stunde auf dem Flughafen, dann eine Stunde im Flugzeug warten durften. Schliesslich ging es dann auf nach New York. Mittlerweile die Hoffnung aufgegeben unseren Anschlussflug zu erwischen, wir hatten sechs Stunden zum Umsteigen eingeplant, haben wir freudigerweise am Flughafen John-F.-Kennedy beim Landen unsere Finnair-Maschine von New York nach Helsinki am Flugsteig stehen sehen. Die, wie sich später herausstellte, keine Verspätung hatte. Leider ist der Flughafen in New York nicht ganz so klein, dass die Maschine nach Helsinki in der Zeit in der wir umsteigen sollten schon ohne uns abgehoben ist. Leider war das Informationsangebot etwas dürftig am Flughafen, bzw. die Informationsschalter nicht besetzt und keiner konnte uns weiterhelfen, bis wir eine nette Dame gefunden haben die uns freundlicherweise weiterhelfen konnte.  So haben wir mit Finnair telefoniert und man hat uns auf den nächsten Tag umgebucht, gleicher Flug, nur 24 Stunden später.

Einziges Problem war dann nur noch, dass ich eigentlich am nächsten Tag auch eine Vorlesung hatte. Und zwar nicht als Student sondern als Dozent. Zum Glück konnte auch das dank moderner Kommunkationstechnologien gelöst werden, so dass wir nach einer Nacht in der Nähe des Flughafens am nächsten Tag gemütlich auf dem Weg nach Hause waren. Leider durften wir auch erfahren, dass wir am Tag zuvor, mit dem Jungfernflug hätten fliegen sollen, aber das Flugzeug war immer noch neu und mit diversem Schnickschnack ausgestattet. So waren wir dann mit 24 Stunden Verspätung endlich wieder zu Hause :-( ) Und jetzt muss sich nur noch mein Körper wieder an die europäischen Tag- und Nachtzeiten, bitte möglichst schnell ;-)

Bis die Tage… oder Nächte…

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