Alles neu macht der April…

Nach einer längeren Schreibpause wird es mal langsam wieder Zeit hier ein paar Zeilen zu verfassen. Nicht etwa, dass ich untätig gewesen wären, nein nein, nur hat sich der Fokus im vergangenen Jahr auf andere Schriftstücke denn dieses Blog fixiert. Zum Beispiel habe ich einen Artikel mit einer Kollegin geschrieben der anderweitig veröffentlicht wurde. Darüber hinaus standen eine Reihe andere Schreibprojekte an, welche anderswo dokumentiert sind.

Nun aber möchte ich gerne auch wieder mehr einen Fokus auf diese Seite wenden. Immerhin, so verrät es das Archiv, sind es nun doch schon nunmehr fünf Jahre das dieses Blog mit Sätzen, Wörtern und Buchstaben gefüllt wird. Zu Zeiten mal mehr, zu anderen Zeiten eher weniger, auch mal mit Pausen, aber dafür dann manchmal auch noch intensiver. Da stellt sich natürlich die Frage warum, bzw. was schreibt man denn da die ganze Zeit. Sehr interessant im Nachhinein einige Dinge zu dokumentieren und archivieren. Oder wie sollte man sich sonst merken können, welche Ansichten man vor fünf Jahren zum Nachtleben in Finnland hatte?! Bzw. was hat man mal als technisch ausländisch interessant und fremd empfunden, dass ggf. nach ein paar Jahren nicht mehr berichtenswert erscheint? Diese Grundsatzfrage, also was erscheint berichtenswert und was eben nicht ist mir schon länger ein Anliegen. Gerade auch in Bezug auf den Alltag, ein Phänomen mit dem ich mich grundsätzlich schon länger beschäftigt bin, aber noch nicht wirklich in der Lage war es adäquat zu verschriftlichen. Da möchte ich mich selbst zitieren, bzw. einen Exzerpt einer e-Mail kopieren die ich unlängst so ähnlich verfasst habe:

„… Neuigkeiten gibt es leider keine :-( bzw. was heisst Neuigkeiten… es gibt natürlich immer mal wieder was Neues, aber die Frage ob das auch berichtenswert ist ;-) Das mit dem Wochenende zum Beispiel, ich hab nämlich einfach mal nix gemacht, bzw. vielleicht doch, ich war nämlich spazieren. [...] und was neues gibt es dann doch: der Schnee fängt an zu schmelzen. Daher war mein Spaziergang nicht all zu prickelnd. Und da kommen wir wieder auf den Hund: die Hunde haben den ganzen Wintern für Überraschungen gesorgt, und ebendiese „Überraschungen“, die werden jetzt mit schmelzendem Schnee freigelegt. Soll heissen, dass ab November die Hunde immer draussen hingeschissen haben und das wurde immer von neuem Schnee bedeckt, und jetzt kommt der ganze Kack durch die Schneeschmelze zum Vorschein. Was einen Spaziergang eher dazu führt, dass man nur irgendwelchen Hundehaufen ausweichen muss. Da warte ich lieber noch ein bisschen bis die Strassen gereinigt sind und man unbedenklich spazieren gehen kann…“

Ist so etwas berichtenswert? Ich finde schon! Kommt die Frage auf wen es interessiert, aber das ist bei jedem Schriftstück die Frage. Es sind doch oft kleine Dinge die nicht bewusst auffallen, die aber doch sehr faszinierend sein können. Solche Unauffälligkeiten treten dann ins Bewusstsein wenn es Einschnitte bzw. Lebensereignisse aufkommen die einige Konstanten im Leben verändern. Moment, da kommen Erinnerungen hoch, darüber hatte ich auch mal was geschrieben… von wegen Geburt des ersten Kindes und veränderte Lebensumstände (ab Seite 43). Natürlich muss es nicht die Geburt sein. Das kann auch der neue Mitbewohner, oder der Kater sein, ein Umzug in eine neue Wohnung oder oder oder… Das sticht dann natürlich heraus, aber auch die Dinge die mir immer so gerne im ÖPNV oder im ÖPFV aufgefallen sind, finde ich doch auch immer noch und immer wieder berichtenswert. Vielleicht auch weil man im Bus gezwungen ist sich aufmerksamer mit der Umgebung auseinder zu setzen, mit der sozialen wie auch der technischen oder sonstigen Umwelt. Also auf zu weiteren Versuchen das Unsichtbare sichtbar zu machen, das unbewusste ins Bewusstsein zu verschieben und was auch immer noch da kommen mag. Auf zu neuen Fundstücken und Geschichten von Reisen durch den Alltag, das Netz und die Welt.

tapp, tapp, tapp… miau

Es gibt im Leben verschiedene einschneidende Ereignisse die mit hoher Wahrscheinlichkeit im Lebenszyklus eines jeden Menschen vorkommen. Zum Beispiel wird man geboren, oder man zieht aus dem Elternhaus aus, oder man wechselt den Beruf, oder man bekommt ein Kinder, oder man heiratet, oder man geht in Rente, oder oder oder. Manche Ereignisse sind mehr und andere weniger spektakulär, das hängt auch nicht zuletzt von der Perspektive und der Involviertheit ab. Grundlegende Entscheidungsmechanismen, Routinen und Gewohnheiten ändern sich mehr oder weniger. Etwas mehr en detail habe ich das in Bezug auf die Geburt des ersten Kindes und die Entscheidungsfindung im Haushalt in meiner Diplomarbeit betrachtet. Hier würde ich jetzt auch gerne von einer ähnlichen Situation berichten. Wie ja schon ersichtlich in diesem Blog geschildert (zum Beispiel hier) und auch auf einer Unterseite bebildert leben wir jetzt seit ein paar Wochen mit unserem Kater Lempo zusammen.

Nun kann man auch einige Parallelen erkennen, vielleicht mögen sie für den ein oder anderen eher lapidarer Art herrühren, jedoch denke ich, dass es gewisse Veränderungen gibt, die man nicht nur bei einschneidenden Lebensereignissen beobachten kann, also vielleicht könnte man sogar die Aufnahme einer Katze als einschneidendes Ereignis bezeichnen, aber sicher geht dies einigen zu weit, aber doch kann man feststellen, dass es Änderungen in diversen Rythmen und Institutionen gibt. Der Alltag verändert sich. Also man macht einige Dinge die man gewohnt ist anders an, berücksichtigt die neuen Mitbewohner und irgendwie, ja, also ich würde sagen, dass das Zusammenleben mit einer Katze das Alltagsleben in ein paar Punkten verändert. Denn nicht nur kleine Kinder machen in der Nacht schon mal Krach sondern auch Katzen können dies. Wenn auch anders, aber doch irgendwie in die selbe Richtung. Evtl. beeinflussen Katzen sogar das Aufwachverhalten, wie folgendes Cartoon eindrucksreich vermittelt:

Also besonders wenn man eine Katze hat die sehr gesprächig ist. Also das ist was feines wenn man nach Hause kommt und umgehend begrüsst wird. Vor allen Dingen die erwartungsvolle Haltung der Katze jetzt gestreichelt zu werden oder die Neugierde wer denn da jetzt die Wohnung betreteten hat ist an und für sich schon was feines. Also ich bin immer wieder begeistert und freue mich die Wohnungstür zu öffnen und zu wissen, dass da jetzt jemand kommt und mich mit ein paar freudigen Miau begrüsst. Bzw. unser Kater spricht ja gar kein deutsch, finnische Katzen machen nämlich Mau und nicht Miau (wie zum Beispiel englischsprachige Katzen meouw machen). Also noch ein positvier Effekt, wir unterhalten uns nur auf finnisch. Also von meiner Perspektive her gesehen hervorragend, da der Kater mich nicht korrigiert und ich somit immer richtig liege. Keine Widerworte. Bzw. die Widerworte werden dann auf Katzensprache gebracht und wir vergessen die Kommunikationsprobleme ganz schnell.

Auch andere Probleme haben wir ganz schnell gelöst. Also anfangs noch etwas (eher weniger) ängstlich, sitzt der Kater mittlerweile auf der Waschmaschine während diese im Schleudergang die Wäsche entfeuchtet. Auch der Staubsauger ist mittlerweile trotz seiner Geräuschkulisse interessant geworden. Das ist mir vorher nie aufgefallen, also in welchem Geräuschpegel man sich normalerweise bewegt. Der Kater ist da natürlich etwas sensibler und man achtet auch ein wenig darauf. Und wenn es etwas ruhiger ist, also hat ja auch was für sich, durchaus.

Soviel erstmal zum Anpassen der von Routinen im Alltag mit dem Kater, aber bestimmt demnächst mehr davon…

Goldgräberstimmung

Also beim Säubern des WC unseres Katers ist mir heute aufgefallen, dass es sich ja beim durchwühlen des Katzenklos das ganze etwas anstellt wie beim Suchen nach irgendwelchen Edelmetallen. Nur ist man eben nicht auf der Suche nach Edelmetallen sondern nach Exkrementen des Katers. Aber was will man machen. Dank ausgefeilter Technik ist die ganze Sache schon erheblich erleichtert. Also wir haben uns einen LitterLocker auf Empfehlung zugelegt. Diese Geräte verschliessen die Katzenreste geruchsdicht, so dass man nicht von evlt. länger lagernden Ausscheidungen geruchstechnisch belästigt wird. Tolle Erfindung, ohne hier Werbung machen zu wollen, anfangs war ich skeptisch, aber mittlerweile bin ich voll davon überzeugt (Das tolle auch an deren Internetpräsenz sind die Geräusche beim klicken der Schaltflächen). Zwar könnten wir auch unser vollgesogenes Katzenstreu über das WC entsorgen, da es auf pflanzlicher Basis und somit abbaubar ist, jedoch kann es zu Verstopfungen kommen, also nicht in der Katze sondern im Abwassersystem unseres Hause. Daher lieber den Litterlocker benutzen. Stinkt ja auch nicht. Da macht auch das Graben Spass, nun gut, aber immerhin nicht mehr ganz so schlimm.