moermaen

Zur vollen Stunde

20 Januar, 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

Also mir ist neulich mal wieder im Bus aufgefallen, vielmehr waren es mehrere Busfahrten, dass die Busse besonders zur vollen Stunde hin, voller sind als dreiundzwanzig Minuten vor der vollen Stunde zum Beispiel. Also extrem ist es mit Kinderwagen, die hier umsonst befördert werden. Da aber der Bus nur begrenzten Platz hat, nimmt der Bus auch nur zwei Kinderwagen zur gleichen Zeit auf. Das ist natürlich ein Problem, wenn man dann in der Kälte draussen zehn Minuten warten muss, bzw. einen Termin hat wo man hin möchte. Nun habe ich leider keinen Kinderwagen oder etwa zu transportierende Kinder. Aber dennoch ist es interessant, dass der Bus eben gerade zur vollen Stunde auch voll ist. Also nicht nur, dass es die Stunde ist, die voll ist, sondern auch der Bus. Sehr interessant sind Abfahrten um gegen zehn und elf Uhr am Vormittag. Also Busabfahrten die kurz vor oder nach zehn oder elf abfahren sind meist besonders voll. Das ist natürlich nichts im Vergleich zum normalen Berufsverkehr, aber wenn man sich aussuchen kann, versucht man das natürlich zu vermeiden, genau so wie Zeiten zu denen die Schule beginnt, da dann der Bus natürlich übervoll überfüllt ist. Aber kommen wir zurück zum elf-Uhr-Bus bzw. zum zehn-Uhr-Bus, weil hier sind es nämlich bevorzugt Rentner die den Bus bevölkern. Nicht um etwaige Personengruppen zu diskriminieren, sondern einfach nur festzustellen, dass man scheinbar, wenn man frei in der Wahl ist, dazu tendiert den Bus zu nehmen der um die volle Stunde fährt. Nachdem Motto: ich fahre dann um zehn. Das kann mitunter zu Verspätungen führen, da der Bus zum einen des öfteren anhalten muss und zum anderen es durchaus vorkommen kann, dass Menschen jenseits einer gewissen Altersgrenze etwas länger brauchen, auch hier der Hinweis, dass ich niemanden diskrimieren möchte.

Das Problem fängt ja schon viel früher an. Betrachten wir unseren Alltag, sei es beruflich oder privat, auch dort verabredet man sich tendenziell eher zur vollen Stunde. Wenn die Frage aufkommt: Wann treffen wir uns heute Abend? Dann lautet die Antwort eher “Um Acht!” als dass man sich für um 19 Uhr 47 verabredet. Wenn man sich die Sachlage etwas genauer anschaut, erscheint es an vielen Stellen, dass man sich an der vollen Stunde orientiert. Zum Beispiel ist es auch im Gymnastikraum zur vollen Stunde eher voll als zur halben bzw. irgendwo dazwischen.  Meist zwar kein Problem, aber wenn man darauf achtet, dann fällt es ins Auge.

Ein anderer Punkt zu Bus und voll, also nicht Stunde aber voller Bus und volle Passagiere, also heute morgen habe ich einen interessanten Artikel eben im Bus gelesen in dem es ums Busfahren ging. Allein das ist ja schon interessant: während der Busfahrt einen Artikel zum Busfahren lesen. Es ging darin um einen Busfahrer der eine Zigarette geraucht hat. Eigentlich wenig spektakulär, wenn man die Rahmenbedingungen nicht kennt. Es gab nämlich eine Gruppe betrunkener Fahrgäste die dachten, dass sie nach jeder Haltestelle den STOP-Knopf betätigen müssten. Das hat der Busfahrer dann eine ganze Zeit lang mitgemacht. Aber irgendwann hatte er genug und ist dann einfach nicht weitergefahren und hat bei schätzungsweise minus 15 Grad Celcius die Türen offen gelassen und in Ruhe eine Zigarette vor dem Bus geraucht. Dann ging es weiter. Interessant war nun auch, dass Busfahrer natürlich auch einen Anspruch auf  Pausen hatte und auch die Verspätung des Busses in Kauf nehmen kann, gerade in der Situation betrunkene Fahrgäste mit Schikane-Tendenz befördern zu müssen. Auf jeden Fall haben die Trunkenbolde nach der Zwangspause nicht mehr aufs Knöpfchen gedrückt, auch wenn sie voll waren, auch wenn nicht zur vollen Stunde.

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Fahrrad fahren

20 Mai, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Nachdem ich vor ein paar Wochen nun mein Fahrrad mal wieder fahrtüchtig gemacht habe, also zumindest etwas Luft in die Reifen gepumpt und nun auch das Wetter Unternehmungen zu Rade zulässt habe ich mich letztens getraut mit dem Fahrrad zur Post zu fahren um ein Packet abzuholen. Nachdem das auch prächtig funktioniert hat, bin ich jetzt auch den weiten Weg angetreten um mit dem Fahrrad ins Büro zu fahren. Ein Haken an der Sache ist, dass ich evtl. die Bremsen nachstellen sollte, weil es doch relativ hügelig ist und ungebremst steile Hänge herabzufahren ist weniger prickelnd. Und gewöhnen muss man sich auch erstmal wieder an den Sattel, wenn man fast ein Jahr nicht gefahren ist, kommen nach einer mehrkilometrigen Fahrt schonmal Symptome am Gesässmuskel auf, die als schmerzend zu beschreiben wären.

Auch wenn es ggf. beim ersten Versuch etwas länger gedauert hat und ich überraschenderweise das Uni-Gebäude von Norden her angesteuert habe, aber im Süden wohne, also landschaftlich reizvoll ist die Route auf jeden Fall. Bei der ersten Fahrt hatte ich auch das Problem, dass das Institut immer näher kam und dann wieder hinter Bäumen ganz verschwunden war und dann wieder näher, aber kein Weg sondern nur abgezäunte Wiesen und Felder, aber wie gesagt sehr reizvoll zu fahren. Und auch noch schneller als mit dem Bus. Von der Wohnungstür in der fünften Etage bis zur Bürotür in der vierten Etage und einer zurückgelegten Strecke von ca. 8-9 Kilometern in einer halben Stunde, also das geht wahrscheinlich mit etwas Übung noch schneller, aber wenn der Bus meist so um die 35 Minuten braucht, dann liegt das wohl auch an der Tatsache, dass ich umsteigen muss und das dies oft mit einer Wartezeit verbunden ist. Ausserdem nähert sich der Bus eher mäandrierdend der Brücke um die Insel zu verlassen, während ich mit dem Fahrrad mehr oder weniger geradeaus durch Wald und Flur fahren kann, auf und ab. Und das ist halt auch ganz nett. Durch den Wald zu fahren, vorbei am Ufer, einem Bootshafen, den Berg hinauf, und auch wieder runter. Das ist ja das Postitive an den Hügeln, wenn man rauf fährt, muss man ja auch wieder runter. Da kann man dann rollen lassen, eine interessante Feststellung. Auch sehr schön ist es durch ein Naturschutzgebiet zu fahren, obwohl man dann immer aufpassen muss, dass man die Menschen die zur Vogelbeobachtung dort sind, nicht umfährt, weil die so konzentriert durch ihr Fernglas auf die Vögel stieren. A propos Stier: also ich wusste gar nicht, dass in unmittelbarer Nähe zu meinem jetzigen Büro so viele Kühe “stationiert” sind. Mir sind zwar schon die Versuchsställe aufgefallen, aber jetzt im Sommer, wenn die Tiere auf der Weide sind, sieht man sie auch und riecht sie nicht nur. Zum Glück nur draussen und nicht am Schreibtisch sitzend.

Vielleicht sollte ich mich gleich auf den Weg machen um noch etwas von dem Weg zu geniessen und nicht auf ewig im Büro zu versauern…

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Vappu 2009

3 Mai, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Wie schon zuvor berichtet feiert man in Finnland am ersten Mai nicht nur das Fest der Arbeit sondern auch ein Fest der Studenten, zu welchem Personenkreis ich mich noch im entfertestens zählen würde. Aber auch nicht Studenten freuen sich und heissen den Frühling willkommen, auch allgemein hat man das Gefühl das die ganze Stadt unterwegs ist.

Am 30. April fängt man eigentlich schon an. Es wird zum Beispiel in jedem Jahr die Havis Amanda, eine Statue am Marktplatz im Hafen von Helsinki von einer jährlich wechselnden Gruppe Studenten mit einem Frühjahrsputz fit für den Sommer gemacht. Bezüglich der Feierlichkeit habe ich eine kleine Theorie aufgestellt, eine typisch finnische Herangehensweise: man betrinkt sich am Abend zuvor (sprich am 30. April) um sich dann am nächsten Morgen (morgen) zu treffen um den Kater als das Unwohlsein und die Beeinträchtigung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit eines Studenten infolge einer leichteren Alkoholintoxikation gemeinsam mit weiterem Trinken zu bekämpfen. Ausserdem muss man den Sommer gebührend empfangen, schliesslich ist er ja nicht soo lange wie andernorts, vielleicht dafür aber etwas intensiver ;-) Auf jeden Fall trifft man sich klassischerweise im Kaivopuisto, im Brunnenpark am Meer um dort mit vielen Menschen zu feiern. Alle kramen ihre weissen Mützen aus, die sie im Rahmen ihrer Abiturfeier erhalten haben, so dass sich der Park ganz in weisse Mützen und durch verschiedenste andere Kostümierungen verwandelt. Vielleicht liegt das aber auch einfach nur am Konsum alkoholischer Getränke.

Besonders schön war in diesem Jahr die Tatsache, dass wir uns schon sehr früh verabredet hatten und auch einen relative angenehmen Platz und vor allen Dingen in der Sonne erhalten haben. Dann schmeckt der Sekt gleich drei Mal so gut zum Picknick. Jetzt kann der Sommer also kommen :-)

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